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Nagra und SED: Ausbau des Messnetzes zur Erfassung schwacher Erdbeben im Schweizer Mittelland

Wettingen (ots) - Im Auftrag der Nagra und der Schweizerischen
Kernkraftwerke plant der Schweizerische Erdbebendienst (SED) einen
Ausbau des Messnetzes für schwache Erdbeben in der Nordwestschweiz
und im Schweizer Mittelland. Der Ausbau des Netzes hilft, die Frage
"warum und wo es zu Erdbeben kommt" künftig noch besser zu verstehen.

Mit diesem Messnetz wird für mindestens die nächsten 10 Jahre die
lokale Erdbebentätigkeit in der Nordschweiz und im Schweizer
Mittelland erfasst mit dem Ziel, auch möglichst kleine, für den
Menschen nicht spürbare Erdbeben (ab Magnitude 1 auf der
Richterskala) verlässlich zu registrieren und zu lokalisieren. Die
geplanten Stationen ergänzen das bereits vom SED und der Nagra
gemeinsam betriebene Netz von fünf Stationen in der Nordostschweiz
und verdichten das bestehende nationale Breitbandnetz (SDSNet) des
SED.

Insgesamt sind ca. 20 neue Stationen geplant, die ab Ende 2012 für
mindestens die nächsten 10 Jahre betrieben werden sollen. Das
Ausbauprojekt wird vom SED im Auftrag der Nagra durchgeführt und auch
von den Schweizerischen Kernkraftwerken unterstützt. Der SED beginnt
ab Mitte Juni 2011 mit der Erkundung von möglichen Standorten in der
Nordschweiz, im Schweizer Mittelland und im grenznahen
Süddeutschland. Da an den Stationsstandorten eine möglichst geringe
durch menschliche Aktivität induzierte Bodenunruhe (z.B.
Bautätigkeit, Verkehr) herrschen muss, kommen vor allem abgelegene
Gebiete in Frage, wobei wenn möglich bestehende Infrastruktur genutzt
werden soll (z. B. Bunker, Stollen, Reservoirs). Im Rahmen der
Standortsuche werden Fachleute Feldbegehungen vor Ort durchführen und
Testmessungen vornehmen. Die betroffenen Personen und lokalen
Behörden werden über alle Begehungen des SED jeweils vorgängig
informiert.In einer ersten Phase werden bis Ende 2011 Standorte für
10 neue Stationen erkundet und aufgebaut. Die restlichen Stationen
sind für eine zweite Phase in 2012 geplant.

Mit dem Ausbau des Schwachbebennetzes können im Untergrund aktive
Störungszonen mit zurzeit sehr langsamen tektonischen Bewegungen
identifiziert und gegebenenfalls mit geologisch bekannten Strukturen
in Verbindung gebracht werden. Die so gewonnenen Daten werden helfen,
die Seismotektonik (d.h. warum und wo es zu Erdbeben kommt) in der
Nordschweiz und im Schweizer Mittelland besser zu verstehen. Für die
Messungen werden hochempfindliche Seismometer installiert, die in der
Lage sind, Bodenbewegungen von wenigen Mikrometern pro Sekunde
aufzuzeichnen. Die Daten werden in Echtzeit per Telefonleitung oder
Mobilfunk an die Rechenzentrale des SED in Zürich übermittelt. Dort
werden sie mit den Daten der existierenden Stationen des SDSNet
zusammengeführt, kontinuierlich nach möglichen Erdbeben untersucht
und archiviert. Zur Datenerfassung tragen auch einige bestehende
Messstationen im grenznahen Süddeutschland bei, deren Daten im Rahmen
einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem SED und dem
Landeserdbebendienst Baden-Württemberg (LED) in Echtzeit ausgetauscht
werden. Detektierte und lokalisierte Erdbeben werden auf den
Webseiten des SED ( www.seismo.ethz.ch ) publiziert.

Kontakt:
Heinz Sager, Medienverantwortlicher Nagra
Tel.: +41/56/437'11'11

Dr. Stephan Husen, Projektleiter SED
Tel.: +41/44/33'44'09

Original-Artikel:
http://www.presseportal.ch/de/pm/100004441/100626818/nagra-und-sed-ausbau-des-messnetzes-zur-erfassung-schwacher-erdbeben-im-schweizer-mittelland/api

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