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Forscher verlangen: Tierversuchsforschung braucht mehr Transparenz

Basel (ots) -

Die neue EU-Richtlinie für Tierversuche, die nach dem Vorbild der
Schweiz im Jahre 2010 formuliert wurde, soll bis Ende 2012 in allen
EU-Ländern umgesetzt werden. Die Forscher der Basler Deklaration
verlangen, dass die Richtlinie nach einheitlichen Regeln und höchsten
Standards umgesetzt werden. Nur so lassen sich Akzeptanz und
Verständnis für Tierversuche in der Gesellschaft verbessern.

Akzeptanz und Verständnis für Tierversuche in Öffentlichkeit und
Politik zu verbessern war das Ziel von über 80 internationalen
Forschern, die sich vom 16.-18. Oktober in Berlin trafen. Aktueller
Anlass war die Umsetzung der neuen EU-Tierversuchsrichtlinie in
nationales Recht. In Arbeitsgruppen entwickelten die Wissenschaftler
konkrete Ansätze zur Verbesserung des Tierschutzes. Ein weiterer
Kernaspekt war die Förderung der Transparenz, d.h. der verständlichen
Kommunikation in die Öffentlichkeit und Politik. Die Ergebnisse
stellten die Forscher in der Schweizer Botschaft gemeinsam mit
Vertretern des Europaparlaments, der Europäischen Kommission und des
Schweizerischen Bundesamtes für Veterinärwesen der Öffentlichkeit vor
und verkündeten die Gründung einer neuen internationalen
Fachgesellschaft.

Vor einem Jahr wurde die "Basler Deklaration" verabschiedet, eine
Selbstverpflichtung der Forscher, bei Tierversuchen höchste Standards
einzuhalten. Bisher wurde sie von über 800 Forschern aus aller Welt
unterzeichnet und soll künftig analog zur Helsinki Deklaration
weltweit als ethische Grundlage im Tierversuchsbereich dienen. Im
Oktober 2011 wurde nun die internationale Fachgesellschaft "Basel
Declaration Society" gegründet. Sie wird die Deklaration verwalten
und eine laufende Weiterentwicklung fördern
(www.basel-declaration.org ).

In Berlin wurden die Fortschritte des letzten Jahres und
Möglichkeiten einer weiteren Verbesserung von Tierschutz und
Kommunikation diskutiert. "Vor einem Jahr wurden wir gefragt, wie ein
Stück Papier die Praxis ändern soll - heute zeigen wir, dass die
Deklaration ein lebendes Bekenntnis ist", eröffnete Prof. Michael
Hengartner aus Zürich die Veranstaltung und stellte den ersten
Jahresbericht der Basler Deklaration vor. "Wir sind offen für den
Dialog mit allen, die mit uns gemeinsam an der Verbesserung des
Tierschutzes arbeiten wollen", erklärte Prof. Stefan Treue, Direktor
des Deutschen Primatenzentrums und wies darauf hin, dass in Berlin
erstmals Vertreter des Tierschutzes eingeladen waren, an den
Fachgesprächen teilzunehmen.

Wie schwierig es ist, das Thema "Tierversuch" in Europa politisch
zu behandeln, erklärte MEP Elisabeth Jeggle (CDU), während der
Revision der EU-Richtlinie Berichterstatterin des Europaparlaments.
Sie wandte sich mit der Bitte, den schwierigen Brüsseler Kompromiss
zügig in nationales Recht umzusetzen, an die Bundesregierung. Susanna
Louhimies, Fachexpertin aus dem Umweltschutzdirektorat der
Europäischen Kommission, rief Forscher und Tierschützer auf, die neue
Gesetzgebung als Chance zu sehen, gemeinsam an einer Verbesserung des
Tierschutzes zu arbeiten.

Die Einzelergebnisse der Fachdiskussionen, mehr
Hintergrundinformationen zur "Basel Declaration Society" und ihren
Aktivitäten sind unter www.basel-declaration.org einsehbar. Für
weitere Fragen, Gespräche mit Wissenschaftlern oder Laborführungen
steht Ihnen unsere Pressestelle unter presse@basler-konferenz.de zur
Verfügung.

Positionspapiere aus den Workshops (siehe PDF):

- Transparenz bei wissenschaftlichen Publikationen

- Beurteilung der Belastung im Versuch - Schweregrade

- Verbesserung der Kommunikation mit der Öffentlichkeit zur
Tierforschung

- 3R in der Forschung - Wie lassen sich die 3R - Prinzipien im
Kontext der Grundlagenforschung am besten verwirklichen?

- Aus-, Fort- und Weiterbildung

Kontakt:
Prof. Michael Hengartner
Co-Chair der Konferenz und Dekan der MNF Universität Zürich
Mobile: +41/79/784'72'05

Prof. Rolf Zeller
Präsident der Basel Declaration Society
Developmental Genetics
Department of Biomedicine
University of Basel Medical Faculty
Tel.: +41/61/695'30'33

Original-Artikel:
http://www.presseportal.ch/de/pm/100050762/100706159/forscher-verlangen-tierversuchsforschung-braucht-mehr-transparenz/api

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