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economiesuisse - Gotthard: Studie belegt Vorteile durch private Finanzierung

Zürich (ots) - Public Private Partnership als Modell für andere
grosse Infrastrukturprojekte

Eine zweite Gotthardröhre kann vollständig privat finanziert und
betrieben werden. Dies zeigt eine Machbarkeitsstudie für ein
Public-Private-Partnership-Modell (PPP) am Gotthard. Neben
economiesuisse waren auch Experten der UBS und KPMG, der Baukonzerne
Implenia und Marti sowie der Verbände Infra, TCS und strasseschweiz
an der Projektarbeit beteiligt.
Die Studie zeigt auf, wie eine private Gesellschaft unter den
heutigen Rahmenbedingungen einen zweiten Gotthardstrassentunnel bauen
und anschliessend die bestehende Röhre sanieren könnte. Danach würden
beide Tunnels während 50 Jahren je einspurig betrieben und
unterhalten und gingen dann kostenlos an den Staat über. Dazu ist
Eigenkapital von 370 Millionen Franken und Fremdkapital von 1480
Millionen Franken nötig. Als Privatinvestoren kommen beispielsweise
Pensionskassen, aber auch private Firmen und Fonds infrage. Zur
Finanzierung müsste die Betriebsgesellschaft eine Maut erheben. Jeder
Autofahrer müsste durchschnittlich etwa 21 Franken pro Durchfahrt
durch den Gotthard bezahlen. Für Vielfahrer gäbe es die Möglichkeit
eines Rabattmodells. Beim Schwerverkehr hätte die öffentliche Hand
eine Schattenmaut von 81 bis 123 Franken pro LKW-Durchfahrt an den
Tunnelbetreiber zu bezahlen. Denn das Landverkehrsabkommen mit der EU
legt die maximalen Kosten einer Transitfahrt durch die Schweiz fest
und verhindert so eine direkte LKW-Maut.
Unter dem Strich resultiert aber für den Bund mit diesem Modell sogar
ein rein finanzieller Vorteil von zirka 150 Millionen Franken, da
kein Geld für die Sanierung des Tunnels ausgegeben werden muss.
Dominique Reber, Geschäftsleitungsmitglied von economiesuisse, hebt
einen weiteren Vorteil hervor: «Der Staat erhält eine hochwertige
Infrastruktur, die im Vergleich zu heute mehr Sicherheit und weniger
Stau bringt.»
Daneben wurden in der Studie der B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung
AG auch zwei weitere Modelle untersucht: eine Schattenmaut für
Lastwagen und PKW sowie ein Investitionsbeitrag der öffentlichen Hand
an die Projektgesellschaft in der Höhe der geplanten Sanierungskosten
für die erste Röhre inklusive der flankierenden Massnahmen (rund 1,3
Milliarden Franken). Beide Modelle erweisen sich als realisierbar,
entlasten allerdings den Staatshaushalt nicht und bewirken lediglich
einen finanziellen Aufschub.
Für economiesuisse-Direktor Pascal Gentinetta ist klar: «Eine private
Investition bei der Verkehrsinfrastruktur führt zu effizientem
Mitteleinsatz, zu einer Entlastung des staatlichen Haushalts
zugunsten Projekten in anderen Regionen und zu volkswirtschaftlich
richtigen Preissignalen.» Für economiesuisse ist es deshalb zentral,
dass die Option PPP bei weiteren vergleichbaren grossen
Infrastrukturverkehrsprojekten geprüft wird. «Wir können uns gut
vorstellen, weitere Fallbeispiele von reifen PPP-Projekten aus
anderen Regionen aktiv zu unterstützen», so Gentinetta weiter.

Kontakt:
Dominique Reber, Mitglied der Geschäftsleitung
Telefon: 076 405 65 85
E-Mail: dominique.reber@economiesuisse.ch

Original-Artikel:
http://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100713289/economiesuisse-gotthard-studie-belegt-vorteile-durch-private-finanzierung/api

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