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Bildungskommission will Wirtschaftsfakultät vorerst nicht weiterverfolgen

Luzern (ots) - Die Kommission Erziehung, Bildung und Kultur des
Kantonsrates nimmt den Planungsbericht über die Hochschulentwicklung
im Kanton Luzern einstimmig zur Kenntnis und beantragt dem Kantonsrat
gleichzeitig mit knapper Mehrheit die Bemerkung, dass die
vorgeschlagene vierte Fakultät Wirtschaftswissenschaften vorerst
nicht weiterverfolgt werden soll.

Die Kommission Erziehung, Bildung und Kultur (Vorsitz Christian
Graber, SVP, Grossdietwil) beantragt dem Kantonsrat nach zweitägiger
Beratung einstimmig, den Planungsbericht über die
Hochschulentwicklung im Kanton Luzern zur Kenntnis zu nehmen. Die
Kommission liess sich vorgängig zu ihrer Beratung durch den Vorsteher
des Bildungs- und Kulturdepartements, Regierungsrat Reto Wyss, über
die Vorlage orientieren und gab dem Rektor der Universität Luzern,
Paul Richli, und dem Rektor der Hochschule Luzern, Markus Hodel,
Gelegenheit, sich zur vom Regierungsrat vorgeschlagenen vierten
Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der Universität Luzern zu
äussern.

Die grosse Mehrheit der Fraktionen erachtet den Planungsbericht
als zuverlässige Auslegeordnung über die Zielsetzungen des
Regierungsrates zum Bildungsstandort Luzern im Bereich der
Hochschulbildung. Während sich eine Minderheit dafür ausspricht, die
Obergrenze der Studierenden der Universität bei 2'600 zu belassen,
wünscht sich die starke Kommissionsmehrheit, dass allen drei
Hochschulen ein Wachstum ermöglicht wird.

Gleichzeitig stellt die Kommission Antrag auf fünf Bemerkungen.
Mit knapper Mehrheit beantragt die Kommission eine Bemerkung, dass
die vorgeschlagene vierte Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der
Universität Luzern vorerst nicht weiterverfolgt werden soll.
Insbesondere in den Bereichen Forschung und Weiterbildung ist für die
knappe Mehrheit der Kommission eine gegenseitige Konkurrenzierung der
Wirtschaftsangebote von Universität und Hochschule an einem Standort
zwangsläufig und unerwünscht. Zudem seien die Alternativen zu einer
wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät nicht sorgfältig genug geprüft
worden und für einen Teil dieser knappen Kommissionsmehrheit hätte
die Ausbildungsrichtung einer vierten Fakultät erst aufgrund einer
Portfolio-Analyse der Bildungsangebote aller drei Hochschulen
festgelegt werden dürfen. Weiter wünscht sich die knappe
Kommissionsmehrheit verbindlichere Angaben zum Infrastrukturbedarf
einer vierten Fakultät.

In der Folge beantragt die Kommission in vier weiteren
Bemerkungen, dass künftig eine zwingende institutionalisierte
Zusammenarbeit in den Bereichen Koordination der Bildungsangebote und
Information zwischen den drei Hochschulen erfolgt, das Gebiet
Seetalplatz als möglicher Hochschulstandort abgeklärt wird, die
Einführung eines Masterstudiums Medizin zu prüfen ist sowie die
finanziellen Mittel für die Entwicklung der Hochschulen nicht
zulasten anderer Bildungsaufgaben aufgebracht werden.

Einstimmig genehmigte die EBKK an ihrer Sitzung vom Montag weiter
das Dekret über den Beitritt des Kantons Luzern zur neuen
Zentralschweizer Fachhochschul-Vereinbarung und beschloss ebenso
einstimmig, das Gesetz über die Hochschulen des Kantons Luzern in der
Fachhochschule Zentralschweiz aufzuheben. Die Vereinheitlichung der
Trägerschaft, welche Steuerung und Führung der Hochschule Luzern
verbessern soll, der neue Finanzierungsmechanismus und die
mehrjährigen Leistungsaufträge der Trägerschaft werden von der
Kommission begrüsst. Eine Minderheit der Kommission taxiert die neu
höhere Abgeltung des Standortvorteils durch den Kanton Luzern als
übermässig, die Kommissionsmehrheit erachtet ihn angesichts des
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwerts der Hochschule
Luzern für den Kanton als gerechtfertigt.

Kontakt:
Christian Graber
Präsident der Kommission Erziehung, Bildung und Kultur EBKK
Tel.: +41/79/626'07'27

Original-Artikel:
http://www.presseportal.ch/de/pm/100000205/100717091/bildungskommission-will-wirtschaftsfakultaet-vorerst-nicht-weiterverfolgen/api

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